Montag, 29. Juni 2015

Menschenleer



Bildquelle

von Alex Kava
übersetzt durch Sabine Schilasky

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.06.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 09.06.2014
  • Verlag : Diana
  • ISBN: 9783453357617
  • Flexibler Einband 352 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Leseprobe
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Inhalt


Eine geheimnisvolle Landkarte führt FBI Special Agent Maggie O’Dell bei Ermittlungen in die verlassenen Wälder am Rande eines Highways. Mithilfe ihres engagierten und attraktiven Kollegen Ryder Creed macht sie dort einen grauenhaften Fund. Handelt es sich um das Leichenversteck eines Serienmörders? Kurz darauf erhält Maggie erneut einen Hinweis, der ihr klarmacht: Sie selbst ist die Hauptfigur im tödlichen Katz-und-Maus-Spiel eines gnadenlosen Killers …
(Quelle: Diana Verlag)


Meine Meinung


Die FBI-Agentin Maggie O’Dell ist auf der Spur eines Serienmörders, der in der Nähe von Autobahnen tötet. Kann die ihn aufhalten, bevor noch mehr Opfer sterben müssen?

„Menschenleer“ ist bereits der 11. Thriller um Maggie O’Dell und der aktuellste der Reihe. Beinahe jedes Jahr liefert die amerikanische Autorin Alex Kava einen neuen Band der Reihe ab. Zuvor hatte ich bereits einige, aber nicht alle Bände der Reihe gelesen. Die Bände sind zwar jeweils in sich abgeschlossen, nehmen aber immer wieder Bezug auf frühere Ereignisse. Dabei wird dem Leser aber ausreichend erklärt, worum es geht, sodass die Kenntnis der Vorgänger zwar sicherlich hilfreich, aber nicht zwingend notwendig ist.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, einerseits natürlich aus der Sicht der Protagonistin Maggie O’Dell, aber auch andere Beteiligte konnten zu Wort. Der Schreibstil von Alex Kava lässt sich flüssig lesen, mit ausreichenden aber nicht ausufernden Beschreibungen. Wie in Thrillern oft üblich muss hier mit Blut und Gedärmen gerechnet werden, empfindliche Gemüter sollten sich daher fernhalten. Die Figuren sind ausreichend charakterisiert, um dem Leser ein klares Bild zu geben und ihm genügend ans Herz zu wachsen, damit die Spannung hoch bleibt. Der Kriminalfall selber ist spannend gestaltet, auch wenn ich den finalen Showdown als etwas zu lange geraten empfand.

Nach der Lektüre einiger von Alex Kavas Thrillern wird klar, dass die Autorin meist nach dem selben Schema arbeitet, stets hat es der Täter auf die FBI-Agentin Maggie O’Dell abgesehen. Liest man mehrere der Thriller hintereinander, kann das schnell langweilig werden. Ich selber lese nur alle paar Jahre wieder ein Thriller von Alex Kava, da stört es mich nicht gross. Wer Innovationen und unerwartete Wendungen sucht, ist bei der Maggie O’Dell Reihe nicht am richtigen Ort, was die Reihe aber bieten kann ist solide Unterhaltung.

Mein Fazit

Nicht sonderlich überraschend, nicht wirklich innovativ, aber dennoch unterhaltsam. Wer lockere Thriller-Unterhaltung für zwischendurch sucht, ist hier gut bedient.





Samstag, 27. Juni 2015

Nun ruhet sanft



Bildquelle

von Inge Löhnig

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 08.05.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 08.05.2015
  • Verlag : List TB.
  • ISBN: 9783548612270
  • Flexibler Einband 432 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Leseprobe
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Inhalt


Ein Mann tötet seine Frau und seine Kinder. Kommissar Konstantin Dühnfort ist erschüttert. Wie kann ein Vater zu einer solch grausamen Tat fähig sein? Der Fall trifft Dühnfort persönlich. Gerade hat Gina ihm offenbart, dass sie schwanger ist. Es fällt ihm daher schwer, mit kühlem Kopf an diesen Fall heranzugehen. Kurz nach dem Mord taucht der Familienvater plötzlich am Tatort auf. Mit einem Strauß roter Rosen für seine Frau. Steht er tatsächlich unter Schock, oder ist er ein guter Schauspieler? Ist der Vater wirklich der Schuldige?
(Quelle: List)

Mein Fazit


Nach einem Hausbrand werden drei Leichen gefunden, eine Mutter und ihre beiden Kinder. Schnell wird offensichtlich, dass die drei ermordet wurden. Für Kommissar Dühnfort ist die Sache klar, der Ehemann und Vater war der Täter. Doch ist der Fall wirklich so einfach gelagert?

"Nun ruhet sanft" ist der siebte Band um Kommissar Dühnfort, und der erste, den ich von der Autorin Inge Löhnig gelesen habe. Obschon während der Lektüre klar wird, dass sich die Ermittler schon seit längerem kennen und eine gemeinsame Vorgeschichte haben, sind Vorkenntnisse zum Verständnis nicht nötig.

Die Geschichte wird abwechseln vom leitenden Ermittler, Tino Dühnfort, und Karsten Prittwitz, dem besten Freund des Haptverdächtigen erzählt. In einzelnen Kapiteln wird auch aus der Perspektive des Schülers Moritz geschildert, bei dem über lange Zeit unklar bleibt, was er mit der Geschichte zu tun hat. In kurzen, kursiv gedruckten Zwischenkapiteln kommt zudem auch eine über weite Teile des Buches unbekannte Person zu Wort, die in der Ich-Perspektive erzählt. Tino Dühnfort war mir sofort sympathisch, obschon er sich sein Urteil über den Fall sehr schnell gebildet hat, ist er auch immer bereit, in andere Richtungen zu ermitteln und blendet nicht alles ausser seinem Hauptverdächtigen aus. Neben dem Mordfall kommen auch das Privatleben des Kommissars sowie des zweiten Protagonisten zur Sprache, ohne den Kriminalfall und die Ermittlungen in den Hintergrund zu drängen.

Die Autorin Inge Löhnig hat einen eingängigen, leicht lesbaren Schreibstil. Der Krimi ist spannend aufgebaut, wenngleich er auch zwischendurch durch die ausführliche Schilderung des Lebens von Karsten Prittwitz etwas langfädig erscheint. Die Auflösung des Falles ist in sich stimmig, auch wenn die Aufklärung eher dem Zufall geschuldet ist.

Fazit

"Nun ruhet sanft" hat mich gut unterhalten, und ich bin freue mich bereits darauf, auch die anderen Krimis um Kommissar Dühnfort zu lesen. Ich empfehle dieses Buch gerne an Fans von guter Krimi-Unterhaltung weiter, egal ob mit oder ohne Vorkenntnisse der Reihe.



Freitag, 26. Juni 2015

Möwenfraß



Bildquelle

von Klara Holm

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.04.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 01.04.2014
  • Verlag : Rowohlt
  • ISBN: 9783499266942
  • Taschenbuch Text 320 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Leseprobe
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Inhalt


So hat sich Luka Kroczek seinen ersten Arbeitstag als Leiter der Kripo Bergen nicht vorgestellt: Er kommt viel zu spät, seine kleine Tochter Tilda muss mangels Kindergartenplatz mit ins Büro, die neue Kollegin Conny Böhme empfängt ihn alles andere als herzlich. Und dann muss Luka, der sich nur seiner Lebensgefährtin zuliebe von Düsseldorf nach Rügen beworben hat, auch gleich zu seinem ersten Einsatz. In einem alten Fischerhaus wurde eine Leiche gefunden. Wer hat die Frau derart übel zugerichtet? Hat das Verbrechen mit ihrem Mann zu tun, einem allseits unbeliebten Immobilienspekulanten und Wendegewinner? Luka macht sich an die Ermittlungen. Und erkennt schnell: Auf Rügen wird nichts so schnell vergeben und vergessen …
(Quelle: Rowohlt)


Meine Meinung


In einem leer stehenden Ferienhaus auf Rügen wird eine Frau ermordet. Der neu zugezogene Kripo-Leiter Luka Kroczek soll mit seinem Team dieses Verbrechen aufklären.

Die Geschichte wird in erster Linie aus der Sicht von Luka Kroczek erzählt, der sich nicht nur mit der Aufklärung des Mordes beschäftigen muss, sondern auch erst vor wenigen Tagen nach Rügen gezogen ist – nicht ganz freiwillig. Somit nimmt auch das Privatleben von Luka, sein Eingewöhnen auf der Insel, seinen Teil der Geschichte ein. Dieser spielt jedoch nur eine kleine Nebenrolle, der Schwerpunkt liegt auf dem Mordfall. Einige Kapitel des Buches werden aus der Sicht von Lukas Kollegin Conny oder des kleinen Jungen Maik geschildert, was etwas Abwechslung reinbringt.

Der Schreibstil der Autorin Klara Holm liest sich im Grunde angenehm flüssig, die Geschichte selbst schreitet aber etwas zäh voran, mit vielen Ausschweifungen, die mit der Haupthandlung kaum etwas zu tun haben. Auch die Charaktere bleiben eher blass, ebenso wie die Insel Rügen, auf der die Geschichte spielt. Der Protagonist Luka war mir sympathisch, jedoch als einziger der Figuren, zu denen ich mir eine Meinung bilden konnte. Die anderen Ermittler gingen mir ziemlich gegen den Strich, wenn sich dies teilweise bis zum Ende des Buches etwas gebessert hat. Auch die Auflösung des Falles hat mich nicht begeistert. Ich konnte sie zwar schlussendlich nachvollziehen, aber weder der Täter noch das Motiv haben mich überzeugt. In meinen Augen versuchte die Autorin hier, zu viele Themen in ein Buch zu quetschen.

Fazit

Wie meiner Rezension anzumerken ist, konnte mich „Möwenfraß“ nicht überzeugen. Meine Meinung ist aber natürlich absolut subjektiv und dieser Krimi hat auch viele positive Rezensionen erhalten. Interessierte Krimi-Leser sollten sich daher am besten mittels einer Leseprobe selbst überzeugen, ob sie das Buch anspricht. 


Mittwoch, 24. Juni 2015

Höllenfeuer


Bildquelle


von Rolf von Siebenthal

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.07.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 02.07.2014
  • Verlag : Gmeiner
  • ISBN: 9783839216149
  • Flexibler Einband 352 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Leseprobe
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Inhalt


Qualvoll stirbt der angesehene Arzt Dr. Michael Brunner beim Brand seiner Villa in Liestal. Schnell findet die Polizei Baselland heraus, dass sie es mit Mord zu tun hat. Personalmangel in den Sommerferien und zugeknöpfte Zeugen behindern die Ermittlungen von Kripo-Chef Heinz Neuenschwander. Zudem steckt auch noch der Journalist Max Bollag seine Nase überall hinein. Doch die beiden Männer müssen sich zusammenraufen, wenn sie Schreckliches verhindern wollen. 
(Quelle: Gemeiner)


Meine Meinung


In Liestal stirbt ein Arzt bei einem Hausbrand nach Brandstiftung. Gleichzeitig erhält ein Journalist Hinweise, dass ein vor 17 Jahren verschwundenes Kind noch am Leben sein könnte, und eine Bundesrätin wird bedroht. Polizei, Bundesanwaltschaft und Presse ermitteln.

Der Krimi beginnt mit der Schilderung des Mordes aus Sicht des Opfers. Dieses häufig genutzte Stilmittel bringt den Leser gleich mitten in die Geschichte und bietet ihm oft einen Wissensvorteil gegenüber den ermittelnden Beamten, der hier aber kaum der Rede wert ist. Die Geschichte wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, aus der Sicht des Journalisten Max Bollag, dessen Partnerin Bundesrätin Petra Mangold und des Kripo-Chefs Heinz Neuenschwander. Auffällig ist dabei, dass der Autor Rolf von Siebenthal seine Protagonisten (und auch einen grossen Teil der weiteren Charaktere) in erster Linie mit dem Nachnamen erwähnt. Der Schreibstil von Rolf von Siebenthal ist eingängig und lässt sich flüssig lesen. Die Vermischung von drei verschiedenen Handlungssträngen (oder eigentlich sogar noch mehr, wenn man die privaten Probleme der Protagonisten mitzählt) hat bei mir den Lesefluss jedoch etwas gestört, da ich alle paar Seiten wieder umdenken musste. Wie die Fälle zusammenhängen, klärt sich im letzten Drittel auf, davor scheint jeder für sich alleine zu stehen.

Durch die anschaulichen Beschreibungen fühlte ich mich schnell ins Baselbiet versetzt. Helvetismen und schweizerdeutsche Ausdrücke sowie Amtsbezeichnungen bringen zusätzlichen Lokalkolorit in die Geschichte, könnten deutsche oder österreichische Leser unter Umständen etwas in ihrem Lesefluss verlangsamen, da keine Übersetzung beiliegt. Die Kriminalfälle selbst sind spannend gestaltet und logisch aufgelöst, wobei das Tempo im letzten Drittel stark anzieht und Spannungssituationen eintreten, die auch gut in einen Thriller gepasst hätten.

Fazit

Obschon ich eigentlich nichts Konkretes an „Höllenfeuer“ auszusetzen habe, ist der Funke bei mir nicht wirklich übergesprungen. Der Unterhaltungsfaktor war bei mir im mittleren Bereich, nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Da dies aber absolut subjektiv ist, empfehle ich interessierten Krimifans, sich die Leseprobe anzuschauen. 





Montag, 22. Juni 2015

Die Chirurgin



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von Tess Gerritsen
übersetzt durch Andreas Jäger

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.08.2002
  • Aktuelle Ausgabe : 01.06.2004
  • Verlag : Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783442360673
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Der Blanvalet Verlag hat mir das eBook kostenlos zur Rezension zugestellt, vielen Dank dafür!


Leseprobe
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Inhalt


In Boston dringt ein Unbekannter nachts in die Wohnungen von allein stehenden Frauen ein, unterzieht sie einem gynäkologischen Eingriff und tötet sie. Die einzige Spur führt Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli zu der jungen Chirurgin Catherine Cordell, die drei Jahre zuvor nach ähnlichem Muster überfallen wurde, den Täter aber in Notwehr erschoss. Und bald wird klar, dass Catherine erneut zur Zielscheibe eines psychopathischen Mörders geworden ist ...
(Quelle: Blanvalet)


Meine Meinung


In Boston werden mehrere Frauen ermordet, nachdem ihnen vom Täter die Gebärmutter entfernt wurde. Hinweise deuten auf eine ältere Tatreihe in Savannah. Besteht hier ein Zusammenhang? Jane Rizzoli und ihr Team ermitteln.

Nachdem mir der neuste Rizzoli-und-Isles Band "Der Schneeleopard" so gut gefallen hat, wollte ich nicht lange warten und habe auch gleich "Die Chirurgin" verschlungen. Der Thriller wurde mir schon mehrmals empfohlen, und als Einstieg ist er natürlich bestens geeignet, da es sich hier um den ersten Band der Reihe handelt. Interessant (ob man dies politiv oder negativ auslegen will, ist jedem selbst überlassen), dass in diesem "Rizzoli & Isles" Thriller Maura Isles gar nicht vorkommt. Sie scheint also erst später einzusteigen. Der Vermerk auf dem Cover ist daher irreführend. Auch nimmt Jane Rizzoli hier noch nicht so eine dominante Rolle ein, wie es in späteren Bänden der Reihe der Fall sein wird, sie bleibt hier eher ein Nebencharakter.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt. Nicht nur die Sicht von Jane Rizzoli, sondern auch von deren Kollege Thomas Moore und der Ärztin werden geschildert, unterbrochen von Abschnitten aus der Sicht des Täters, hier in der Ich-Perspektive. Die Charaktere wirken hier noch ziemlich zweidimensional und klischeehaft, in späteren Bänden (zumindest in dem einen, den ich gelesen habe) werden sie besser herausgearbeitet. Der Schreibstil der Autorin Tess Gerritsen liest sich flüssig, sodass ich den Thriller an einem faulen Sonntag Morgen durchgelesen hatte.

Die Handlung von "Die Chirurgin" ist spannend, wenn auch nicht besonders innovativ. Mein Bedürfnis, bei Krimis und Thrillern selbst miträtseln zu können, wurde hier leider nicht wirklich befriedigt, die Auflösung wurde etwas zu plötzlich präsentiert, ohne dass ich sie wirklich nachvollziehen konnte. Auch die Frage nach dem Motiv des Täters bleibt hier ungelöst. "Die Chirurgin" ist zwar der erste Band der "Rizzoli & Isles" Reihe, aber nicht der Debutroman der Autorin, da hätte man also etwas mehr erwarten dürfen.

Fazit

Soldide Thriller-Unterhaltung ohne grosse Überraschungen. In meinen Augen ein gutes Buch, aber kein Meisterwerk, da bleibt noch einiges an Potenzial nach oben frei. Ich werde die Reihe sicher weiterverfolgen, wenn ich auf der Suche nach einem "Popcorn-Thriller" bin. Ich empfehle "Die Chirurgin daher gerne weiter, als erster Band der Reihe ist das Buch natürlich ideal für den Einstieg. Einige Szenen sind ziemlich unappetitlich und es fliesst sehr viel Blut, empfindliche Leser sollten daher besser Abstand halten.





Daggis Buch-Challenge


Wie erwähnt wurde mir das Buch schon von verschiedenen Leuten, die meine Thriller-Leidenschaft kennen, empfohlen. Damit erfüllt es die Aufgabe Nr. 52


Rezensionsexemplar



Samstag, 20. Juni 2015

Unschuldslamm



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von Judith Arendt

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 08.01.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 08.01.2014
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548285641
  • Flexibler Einband: 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Inhalt


Ruth Holländer kann sich nicht beklagen: Die Scheidung ist durch, der Sohn aus dem Haus, und die 16-jährige Tochter pubertiert fast nicht mehr. Auch Ruths französisches Bistro läuft erfreulich gut. Aber dann kommt ein Bescheid vom Amtsgericht: Zu ihrem Entsetzen wird Ruth zur Schöffin berufen. Sie muss in einem Mordfall beisitzen. Schon bald hegt sie Zweifel an der Schuld des Hauptangeklagten: Hat der junge Mann wirklich seine Schwester getötet? Ruth beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und schon nach den ersten Fragen im Umfeld des vermeintlichen Mörders wird ihr klar, dass sie mitten im gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens gelandet ist ...
(Quelle: Ullstein)


Meine Meinung


Die Bistro-Besitzerin Ruth Holländer wird als Schöffin einberufen. Sie soll über ein Tötungsdelikt in Berlin Moabit richten, bei dem es sich anscheinend um einen Ehrenmord handelt.

Ein Krimi einmal andersrum. Während die meisten Krimis sich um die polizeilichen (oder privaten) Ermittlungen zu einem Kriminalfall drehen und mit der Verhaftung des Täters enden, beginnt dieser mit der Gerichtsverhandlung, die sonst, wenn sie überhaupt erwähnt wird, in wenigen Sätzen abgehandelt wird. Zu Beginn dreht sich der Krimi in erster Linie um die Protagonistin, die frischgebackene Schöffin Ruth Holländer. Der Leser erfährt viel über ihr Leben, ihre Vergangenheit, ihre Familie. Dass diese als Laienrichterin über einen Mordfall zu entscheiden hat, wird beinahe zur Nebensache. Erst nach rund einem Drittel des Buches nimmt der Kriminalfall einen etwas grösseren Teil ein.

Die Geschichte wird in erster Linie aus der Sicht der Protagonistin Ruth Holländer erzählt, die Autorin Judith Arendt schiebt aber auch immer wieder Kapitel aus der Sicht des Mordopfers oder anderen Beteiligten ein, dazu kommen Befragungsprotokolle und ähnliches. Der Schreibstil von Judith Arendt liest sich dabei angenehm flüssig, die Charaktere werden ausreichend dargestellt, bleiben aber dennoch ziemlich klischeehaft und zweidimensional (so konnte ich beispielsweise die pubertierende Tochter der Protagonistin schon nach wenigen Sätzen nicht leiden). Da zum Zeitpunkt, in dem die Geschichte spielt, sowohl der Mord bereits geschehen ist wie auch die Ermittlungen schon abgeschlossen sind, wird vieles in Rückblenden erzählt, es gibt Sprünge bis in die Zeit vor dem Mord zurück. . Auch die Verhandlungstage werden teilweise nicht während der Geschehnisse, sondern rückblickend betrachtet, wenn Ruth Holländer bereits wieder erschöpft auf dem Sofa sitzt und sich an den vergangenen Tag erinnert. Dieses Stilmittel muss man mögen (oder sich zumindest damit abfinden können), um mit diesem Roman zurechtzukommen.

Für meinen Geschmack nimmt das „Drumherum“, das Privatleben und die Gedanken von Ruth Holländer, einen etwas zu grossen Platz in diesem Kriminalroman ein. Es gibt hier auch kaum Ermittlungen zu verfolgen, die Protagonistin fungiert im Grunde lediglich als Erzählerin. So kommt nur schwer Spannung auf.Auch die Auflösung des Falles war leider alles andere als Überraschend, ich hatte den Täter gleich von Beginn weg unter Verdacht.

Fazit

„Unschuldslamm“ hat mich ganz gut unterhalten, jedoch nicht restlos begeistert. Ich kann mir durchaus vorstellen, noch weitere Bände der Reihe um Ruth Holländer zu lesen, werde jetzt aber nicht gleich den Buchladen stürmen, um mir diese zu holen. Wer einen unterhaltsamen Krimi für zwischendurch mit viel Gewicht auf dem Privatleben der Protagonistin sucht, ist hier gut bedient. Wer aber ein Buch lesen möchte, dass er vor Spannung kaum mehr aus der Hand legen kann, sollte sich lieber anderweitig umsehen.







Freitag, 19. Juni 2015

Weltengänger



Bildquelle

von Sergej Lukianenko
übersetzt durch Christiane Pöhlmann

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.10.2007
  • Aktuelle Ausgabe : 01.04.2013
  • Verlag : Heyne
  • ISBN: 9783453529557
  • Flexibler Einband 592 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Das Taschenbuch wurde mir vom Heyne Verlag kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

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Inhalt


Zunächst sieht es aus wie ein böser Scherz: Als Kirill eines Abends nach Hause kommt, hat jemand seine Wohnung komplett umgeräumt und eine hysterische Frau behauptet, sie wohne hier schon seit Jahren – und sie kann das auch belegen. Doch damit nicht genug: Auch sonst kann sich niemand, weder Freunde noch Verwandte, daran erinnern, dass Kirill je existiert hat. In größter Verzweiflung wird Kirill durch einen anonymen Anruf auf ein atemberaubendes Geheimnis gestoßen: Manche Menschen fallen zuweilen aus ihrer Existenz heraus und werden zu »Weltengängern«, zur Schnittstelle zwischen zwei miteinander verbundenen Parallelwelten. Für Kirill beginnt eine abenteuerliche Suche nach Antworten …
(Quelle: Heyne)


Meine Meinung


An einem eigentlich ganz normalen Tag beginnen plötzlich Kirills Bekannte, ihn zu vergessen. Bald darauf scheint er nahezu unsichtbar zu sein. Seiner Wohnung und seiner Freunde beraubt, erhält er ein neues Zuhause und eine unerwartete Aufgabe...

Sergej Lukanienko hatte bereits vor "Weltengänger" grossen Erfolg mit seiner Reihe "Wächter der Nacht". Dies ist mein erstes Buch dieses Autors, ich kann daher keine Vergleiche zu der bekannten Reihe ziehen. 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Kirill erzählt. Die Handlung plätschert vor sich hin, ohne grosse Ereignisse. Nach rund 100 Seiten dachte ich, das Tempo ziehe nun merklich an, doch nach wenigen Seiten verläuft sich die Geschichte wieder in Beschreibungen der Umgebung und des Alltags. So war über grosse Teile des Romans hinweg anstelle von Spannung leider eher Langeweilse angesagt.

Die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen, sie schienen mir zu zweidimensional. Vor allem das Frauenbild des Autors scheint sehr eingeschränkt zu sein. Entweder ist eine Frau schön (eine "Dame") oder hässlich (ein "Weib"), weitere Attribunte als ihr Aussehen haben Frauen in "Weltengänger" anscheindend kaum. Auch der Schreibstil von Sergej Lukanienko gefiel mir nicht sonderlich, die verwendete Sprache war mir oft zu grob, wobei ich natürlich nicht beurteilen kann,wieviel davon wirklich dem Autor geschuldet ist, und was von der Übersetzerin her kommt. Schwerverständlich für mich als Nichtrussin war zudem, dass der Autor seine Charaktere sich untereinander oft mit einer Kurz- oder Koseform ihres Namens ansprechen lässt, die für mich nicht immer nachvollziehbar war. So sind beispielsweise Natalja und Natascha die selbe Person, obschon dies für mich zwei komplett verschiedene Namen sind.

Fazit

Die Idee hinter dem Roman finde ich extrem spannend. Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Unter diesen Umständen möchte ich den Roman lieber nicht weiterempfehlen. Interessierte schauen sich am besten zuerst die Leseprobe an, ob sie mit dem Schreibstil des Autors zurecht kommen. 






Rezensionsexemplar



Mittwoch, 17. Juni 2015

Kaninchenherz


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von Annette Wieners

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 10.07.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 10.07.2015
  • Verlag : List TB.
  • ISBN: 9783548612584
  • Flexibler Einband 320 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Das Taschenbuch wurde mir vom List Taschenbuchverlag und Vorablesen.de kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt vielen Dank dafür!


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Inhalt


Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes ist schockiert, als sie sieht, für wen die Beerdigung am heutigen Tag ist: Ihre eigene Schwester Mareike wird begraben. Seit zehn Jahren haben sich die beiden Schwestern nicht mehr gesehen. Seit Gesines Sohn unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben kam. Beide gaben sich gegenseitig die Schuld an seinem Tod. Gesine hat damals alles verloren. Ihre Arbeit als Kriminalkommissarin, ihre Wohnung, ihre Familie. Warum musste ihre Schwester sterben? War es Mord? Was wissen die Eltern? Als Gesine nachforscht, stößt sie auf eine Mauer des Hasses.
(Quelle: List TB)


Meine Meinung


Die Friedhofsgärtnerin Gesine stellt fest, dass die heute geplante Beerdigung die ihrer Schwester Mareike ist, mit der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Und schon bald wird sie verdächtigt, mit dem Tod der Schwester etwas zu tun zu haben. Gesine will nicht nur ihre Unschuld beweisen, sondern auch herausfinden, was passiert ist.

Die Geschichte wird in erster Linie aus der Sicht der ehemaligen Polizistin und heutigen Friedhofsgärtnerin Gesine erzählt. Der Leser wird dabei ohne Einführung gleich mitten in die Handlung geworfen und erfährt erst mit der Zeit stückchenweise durch Rückblenden, was überhaupt alles vorgefallen war und worum es im Krimi geht. Gesine erscheint sehr verschlossen, der Leser erfährt zwar einiges über ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle, trotzdem sprang der Funke bei mir nicht über, sie schien mir sehr distanziert und fremd. Auch mit den anderen Beteiligten konnte ich mich nicht wirklich anfreunden, komplett sympathisch erschien mir keiner der übersichtlichen Anzahl Charaktere.

Der Krimi wird eher ruhig erzählt, in einem eingängigen, flüssig zu lesenden Schreibstil. Zwischen einzelnen Kapiteln sind kurze Abschnitte über Giftpflanzen zu finden. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt dabei nicht in der Gegenwart, sondern in der Vergangenheit. Die Frage, was vor zehn Jahren geschah, als sich die beiden Schwestern entfremdet haben, ist wichtiger als die Frage nach den Geschehnissen der Todesnacht von Mareike. Ermittlungshandlungen treten in den Hintergrund und sind kaum zu erkennen, das Buch dreht sich hauptsächlich um die Gefühle und Gedanken von Gesine. So ist „Kaninchenherz“ weniger ein Krimi, sondern eher ein Familiendrama.

Fazit

Obschon „Kaninchenherz“ durchaus spannend geschrieben ist, sprang der Funke bei mir nicht über. Auch die Auflösung hat mich nicht überzeugt, ich wurde überrascht, ohne dass ich im Nachhinein die Täterschaft wirklich nachvollziehen konnte. So kann ich das Buch nur an Fans von Familiendramen weiterempfehlen, jedoch nicht an Leser auf der Suche nach Krimi-Unterhaltung. 







Rezensionsexemplar



Montag, 15. Juni 2015

Die Toten von Moonlight Bay


Bildquelle


von Alex Winter

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 28.04.2013
  • Verlag : bookshouse
  • ISBN: 9789963724734
  • Flexibler Einband 312 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Weitere Rezensionen zur Reihe:
Ein Gespür für Mord
Die Toten von Moonlight Bay
Schwarzer Fluch
Mörderische Gier
Die Leiche im Wrack


Inhalt


„Ungläubig starrte er auf die schemenhafte Gestalt in ihrem schneeweißen Gewand. Obwohl er sie auf diese Distanz nicht genau erkennen konnte, fiel ihm auf, wie unnatürlich weiß ihr Gesicht, ihre nackten Arme und ihre Füße waren. Sie waren so weiß wie die einer Toten ...“


Nahe dem Leuchtturm von Moonlight Bay, an einer Stelle, wo bereits zwei Männer den Tod gefunden haben, erscheint die geisterhafte Gestalt einer jungen Frau. Der unkonventionelle Detective Daryl Simmons soll ihr Geheimnis lüften. Doch in dem kleinen australischen Küstenort stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Können seine besonderen Kenntnisse, die er einem Aborigine-Lehrmeister verdankt, Licht in das Dunkel bringen?
(Quelle: Bookshouse)


Meine Meinung


Ein junger Mann stürzt von einem Leuchtturm zu Tode. Detective Darryl Simmons glaubt nicht an einen Unfall und macht sich undercover auf die Suche nach Antworten.

„Die Toten von Moonlight Bay“ ist der zweite Roman des Schweizer Autors Alex Winter um den australischen Detective Darryl Simmons. Die Bände sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Die Krimis von Alex Winter sind jeweils nach dem gleichen Schema aufgebaut: Darryl Simmons kommt undercover in ein Dorf, in dem ein Mord geschehen ist. Der Leser erfährt erst durch die Erzählungen der anderen Beteiligten, was überhaupt passiert ist. Die Geschichte wird aus der Sicht des Polizeidetectives Darryl Simmon erzählt, der Schreibsitl von Alex Winter liest sich sehr flüssig. „Die Toten von Moonlight Bay“ ist meine dritte Begegnung mit Darryl Simmons, und ich finde den Protagonisten immer noch sehr sympathisch. Er fällt sein Urteil über andere Menschen zwar sehr schnell, hat aber keine Vorurteile, und meistens wird sein Bauchgefühl im Nachhinein bestätigt. Der Kriminalfall ist interessant und nicht alltäglich, das Tempo eher ruhig gehalten. Lediglich zum Abschluss der Geschichte kommt es zu einem thrillertypischen Showdown.

“Die Toten in Moonlight Bay“ unterscheidet sich merklich von den beiden anderen Büchern der Reihe, die ich bisher gelesen habe. Zum einen ist keiner der im Buch erwähnten Charaktere Aborigine, zum andern spielen die wunderschönen Landschaften Australiens keine nennenswerte Rolle. Dieser Band hätte also irgendwo auf der Welt spielen können, solange es dort eine Küste und einen Leuchtturm hat.


Fazit

Obschon mir bei „Die Toten von Moonlight Bay“ das typische Australien-Feeling, das Alex Winter sonst so überzeugend rüberbringt, gefehlt hat, hat mich der Krimi dennoch gut unterhalten. Ich empfehle ihn gerne an Krimi-Fans weiter, die etwas ruhigere Geschichten fernab vom Grossstadtlärm bevorzugen, die Kenntnis des Vorgängers ist nicht zwingend nötig.




Samstag, 13. Juni 2015

Der Jesus-Deal


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von Andreas Eschbach

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 08.10.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 08.10.2014
  • Verlag : Bastei Lübbe
  • ISBN: 9783431039009
  • Fester Einband 736 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Inhalt


Wer hat das originale Jesus-Video gestohlen? Stephen Foxx war immer überzeugt, dass es Agenten des Vatikans gewesen sein müssen und dass der Überfall ein letzter Versuch war, damit ein unliebsames Dokument aus der Welt zu schaffen.

Es ist schon fast zu spät, als er die Wahrheit erfährt: Tatsächlich steckt eine Gruppierung dahinter, von deren Existenz Stephen zwar weiß, von deren wahrer Macht er aber bis dahin nichts geahnt hat. Die Videokassette spielt eine wesentliche Rolle in einem alten Plan von unglaublichen Dimensionen – einem Plan, der nichts weniger zum Ziel hat als das Ende der Welt, wie wir sie kennen …
(Quelle: Bastei Lübbe)


Mein Fazit


Vor ein paar Jahren wurde ein Video von Jesus gefunden. Ein Milliardär will eine Gruppe von Männern durch die Zeit zurückschicken, damit diese das Video drehen können. Da das Video existiert, muss es ja geklappt haben – oder?

„Der Jesus-Deal“ ist der Nachfolger des Bestsellers „Das Jesus-Video“ und spielt zwar zeitlich nach dem Vorgänger, schildert aber die Ereignisse, wie es überhaupt zu „Das Jesus-Video“ kam, ist daher sozusagen Sequel und Prequel in einem. „Das Jesus-Video“ habe ich (bisher) nicht gelesen, und an den Film habe ich auch nur schemenhafte Erinnerungen, sodass ich nur mit sehr lückenhaften Vorkenntnissen in den Roman einsteigen konnte. Die Handlung habe ich aber dennoch gut verstanden, auch wenn stellenweise deutlich wurde, dass es über einzelne Personen mehr zu sagen gab, als in „Der Jesus-Deal“ festgehalten wurde. Es war auch meine erste Begegnung mit dem Autor Andreas Eschbach, sodass ich keine Vergleiche zu anderen Werken des Autors ziehen kann.

Zu Beginn wird die Geschichte ausschliesslich aus der Sicht von Michael Barron erzählt, im Laufe des Romans kommen dann noch weitere Protagonisten hinzu, deren Blickwinkel der Leser einnimmt. Etwas verwirrend ist es, dass die Sichtweise meist mitten im Kapitel wechselt, nur durch eine Leerzeile von den vorhergehenden Geschehnissen getrennt. So hatte ich oft einige Schwierigkeiten zu merken, dass hier wieder der Blickwinkel gewechselt hatte. Die einzelnen Kapitel beginnen jeweils mit einem Zitat aus der Bibel oder aus wissenschaftlichen Abhandlungen. Die eigentliche Zeitreise wird gegen Schluss des Buches in Form eines Interviews geschildert.

Am Anfang des Buches erzählt der Autor Andreas Eschbach über rund 250 Seiten hinweg ausschliesslich über die Jugend des Protagonisten Michael Barron. Dies mag ja für die Entwicklung der Figur wichtig sein, ich fand es ehrlich gesagt aber einfach nur langweilig. Ich dachte öfters daran, die Lektüre abzubrechen, da mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte. Nachdem das erste Drittel aber überstanden war und die Ereignisse ins Rollen kamen, konnte mich Andreas Eschbach mit seinem flüssigen Schreibstil doch noch fesseln, und ich folgte gespannt den Geschehnissen. Natürlich ist nicht alles in „Der Jesus-Deal“ geschilderte logisch, aber durchaus spannend und unterhaltsam.

So spannend die Geschichte (zumindest nach dem ersten Drittel) geschrieben ist, gibt es leider dennoch einige Kritikpunkte: die Charaktere werden zwar ausführlich beschrieben und der Leser kann ihre Gedanken bis ins Detail verfolgen, sie bleiben dennoch ziemlich zweidimensional, ohne Ecken und Kanten oder Überraschungen. Zudem werden wiederholt Handlungsstränge angerissen (und ausufernd ausgeführt), die die eigentliche Handlung nicht vorantreiben. Da es sich bei „Der Jesus-Deal“ zumindest teilweise um ein Prequel handelt, war ausserdem zumindest in gewissen Aspekten klar, wie es ausgehen musste (der Fluch von Vorgeschichten…). Die grosse Überraschung blieb daher aus, die Geschehnisse waren ziemlich vorhersehbar.

Trotz diesen Kritikpunkten hat mich „Der Jesus-Deal“ sehr gut unterhalten, und das ist schlussendlich das Wichtigste für mich. Den Vorgänger „Das Jesus-Video“ ist nun auch auf meine Wunschliste gewandert. Wer einen Roman über Religion und Zeitreisen lesen möchte, dem kann ich „Der Jesus-Deal“ durchaus empfehlen. Wer einen atemberaubenden, überraschenden Thriller mit zig Wendungen erwartet, der wird mit diesem Buch aber nicht glücklich.





Daggis Buch-Challenge


"Der Jesus-Deal" habe ich letze Weihnachten von meinem Vater geschenkt bekommen, damit erfüllt das Buch Aufgabe Nr. 46.


Freitag, 12. Juni 2015

Die Namenlosen von Amrum



Bildquelle


von Jürgen Rath

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.02.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 18.02.2015
  • Verlag : Sutton Verlag
  • ISBN: 9783954004553
  • Flexibler Einband: 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Das Taschenbuch wurde mir vom Sutton Verlag im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Steffen Stephan, Archivar aus Hamburg, hat sich 1964 gerade auf Amrum eingerichtet, da drückt ihm sein Institutsleiter eine Praktikantin aufs Auge. Gemeinsam erforschen sie den Friedhof der Namenlosen von Amrum. Merkwürdig allerdings, dass die Inselbewohner so wenig mitteilsam sind, was diesen Friedhof anbelangt. Bald wird Steffen und Lilianne der Boden unter den Füßen zu heiß, aber die Verfolger sind ihnen auf den Fersen.
(Quelle: Sutton)

Mein Fazit


Der Friedhofsforscher Steffen untersucht den „Friedhof der Namenlosen“ auf Amrum, und scheint dabei einige Leute zu stören…

„Die Namenlosen von Amrum“ ist schon der zweite Krimi um den Historiker und Archivar Steffen Stephan. Die Kenntnis des Vorgängers ist jedoch für das Verständnis des Romans nicht notwendig, es gibt auch kaum Anspielungen auf den Vorgänger. Hätte ich nicht im Nachwort davon gelesen, wäre mir nicht aufgefallen, dass es sich hier um den zweiten Band in einer Reihe handelt.

„Die Namenlosen von Amrum“ spielt 1964 und spielt auch immer wieder auf diese Zeit an, indem der Protagonist Steffen sich doch nicht einfach von einer ungefähr gleichaltrigen Duzen lassen will, oder beim Hotelzimmerbezug Probleme entstehen, wenn ein nicht verheiratetes Paar das Zimmer teilen möchte. Schwierigkeiten und Gedankengänge, die man sich in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellen kann. Die Geschichte wird aus der Sicht des Historikers Steffen erzählt, und der Leser erhält neben der Handlung auch noch einen vertieften Einblick in dessen Gedanken- und Gefühlswelt.

Nach einer grosszügigen Einführung wird die Geschichte in zwei Handlungsstränge gesplittet, im Hauptstrang folgt der Leser weiterhin dem Protagonisten Steffen, im zweiten wird die Fahrt (und der spätere Untergang) eines Schiffes im Jahre 1954 geschildert). Der zweite Handlungsstrang lockert die Geschichte etwas auf, wäre aber zum Verständnis nicht zwingend notwendig gewesen.

Der Autor Jürgen Rath schildert die Insel Amrum sehr plastisch und hat dem Buch auch noch eine Karte der Insel beigefügt, sodass sich auch absolute Nichtkenner wie ich gut in die Atmosphäre einfinden können (der „Friedhof der Namenlosen“ auf Amrum existiert übrigens tatsächlich). Während der Lektüre hatte ich mehrmals den Eindruck, salzige Seeluft zu riechen, so überzeugend konnte der Autor die Inselwelt beschreiben. Auch das am Ende des Buches angeführte Glossar, welches einige öfters gebrauchte Worte übersetzt, fand ich als weit weg von der Nordsee lebende Leserin ohne See-Erfahrung überaus praktisch.

Leider konnte mich die Krimigeschichte nicht ebenso überzeugen. Vor allem die Auflösung fand ich etwas unbefriedigend, da für mich noch viele Fragen offen blieben. Auch mit dem Protagonisten Steffen wurde ich nicht wirklich warm, er war mir oft zu verklemmt und auch zu egozentrisch. Daher kann ich das Buch nicht ohne Vorbehalte empfehlen. Interessierten empfehle ich die Leseprobe des Sutton Verlags






Rezensionsexemplar



Mittwoch, 10. Juni 2015

Der Schneeleopard



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von Tess Gerritsen                                 übersetzt durch Andreas Jäger

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.04.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 20.04.2015
  • Verlag : Limes
  • ISBN: 9783809026372
  • Fester Einband 416 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Das Hardcover-Buch wurde mir vom Limes Verlag und Blogg dein Buch kostenlos zur Rezension zugestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Die Polizei von Boston ermittelt in einem bizarren Mordfall. Die Leiche eines Jägers und Tierpräparators wurde gefunden – ausgeweidet und aufgehängt wie eines seiner Beutetiere. In den Wäldern werden Knochenreste eines weiteren Opfers entdeckt. Doch Boston ist nicht das einzige Jagdrevier des Killers. Es scheint eine Verbindung zu einem fünf Jahre zurückliegenden Vorfall in Afrika zu geben, wo die Teilnehmer einer Safari förmlich abgeschlachtet wurden. Nur eine Frau entkam dem Massaker und könnte Jane Rizzoli helfen, den Mörder zu identifizieren ...
(Quelle: Limes)


Mein Fazit


In Boston wird ein Tierpräparator brutal ermordet. Die Polizistin Jane Rizzoli macht sich zusammen mit der Rechtsmedizinerin Maura Isles auf die Suche nach dem Motiv, das in der Vergangenheit des Opfers liegen muss.

„Der Schneeleopard“ ist meine erste Begegnung mit dem Ermittlerteam Rizzoli und Isles. Natürlich kannte ich die beiden dem Namen nach (wer tut das nicht), aber ich hatte zuvor keinen der vielen Thriller von Tess Gerritsen gelesen (bei „Der Schneeleopard“ handelt es sich bereits um den 12. Band der Rizzoli-und-Isles-Reihe), noch die dazu passende Fernsehserie gesehen. Dem Kriminalfall konnte ich natürlich auch ohne Vorkenntnisse problemlos folgen, aber wenn es um das Privatleben der beiden Ermittlerinnen ging, habe ich schon gemerkt, dass mir hier Vorwissen fehlt. Die groben Eckdaten werden aber ausreichend dargelegt, sodass es auch für Neueinsteiger verständlich war.

Der Thriller besteht aus zwei Handlungssträngen, dem Mordfall in Boston einerseits, sowie einer Safari in Botswana andererseits. Wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen, und wie sie zeitlich zueinander stehen, wird erst im Laufe der Geschichte klar. Während die Handlung in Boston abwechslungsweise aus der Sicht von Rizzoli und Isles erzählt wird, wird die Geschichte in Botswana in der Ich-Perspektive einer der Teilnehmerinnen in der Gegenwart erzählt, ein Stilmittel, das den Leser zwar sehr nahe an das Geschehen bringt, ich aber ehrlich gesagt nicht leiden kann.

Die beiden Protagonistinnen Rizzoli und Isles waren mir durchaus sympathisch, wenn es sich dabei auch nicht um besonders tiefgründige Charaktere handelt. Sie wurden durch die Autorin Tess Gerritsen aber ausreichend charakterisiert, damit ich mir ein gutes Bild von den beiden machen konnte. Der Schreibstil der Autorin liest sich angenehm flüssig, mit ausreichenden, aber nicht zu blumigen Beschreibungen. Tess Gerritsen liefert eine anschauliche Beschreibung der Ermittlungen, sodass sich der Leser seine eigenen Gedanken machen und Schlussfolgerungen ziehen kann. Die Zusammensetzung des Ermittlerteams bestehend aus einer Polizistin und einer Rechtsmedizinerin sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen klassischer Polizeiarbeit mit Spurensuche und Zeugenbefragungen und den wissenschaftlichen Aspekten einer Morduntersuchung, wie der Obduktion der Leiche, DNA-Abgleichen etc.

Die Krimihandlung ist angenehm komplex. Ich hatte zumindest einen Teil der Auflösung zwar bereits nach etwa einem Drittel des Buches erraten, es blieb aber dennoch spannend, da ich mir doch nicht sicher war, ob ich die richtige Lösung angezielt hatte. Diese stellte sich dann auch um einiges komplexer heraus, als ich vermutet hatte. Der thrillertypische Showdown geriet recht kurz, was mich aber nicht gestört hat. Ich bevorzuge diese Lösung, ein Showdown über 100 Seiten beginnt mich irgendwann zu langweilen. Was mir etwas gefehlt hat war die Frage nach dem Motiv, das nicht wirklich geklärt wurde. Das Privatleben der beiden Ermittlerinnen wird zwar immer wieder erwähnt, nimmt aber keinen übermächtigen Teil in der Geschichte ein, der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Kriminalfall.

„Der Schneeleopard“ hat mich sehr gut unterhalten und neugierig auf die früheren Fälle von Rizzoli und Isles gemacht. Ich werde mir mit Sicherheit auch einige der bisherigen Thriller von Tess Gerritsen besorgen, um noch mehr Fälle mit den beiden Ermittlerinnen aufklären zu können (nachdem ich nun mehrfach gelesen habe, dass es sich bei „Der Schneeleopard“ eher um einen der schlechteren Fälle handeln soll, freue ich mich darauf, die angeblich [noch] viel besseren zu lesen). Thrillerfans kann ich dieses Buch absolut empfehlen, auch wenn es wohl sinnvoll sein mag, mit dem ersten Band der Reihe, „Die Chirurgin“ einzusteigen, und nicht wie ich mit dem 12. Es ist aber nicht zwingend notwendig, alle Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Sensible Gemüter sollten sich von diesem Thriller allerdings fernhalten, er enthält doch einige etwas unappetitliche Szenen. 




Rezensionsexemplar


Montag, 8. Juni 2015

Die Chroniken der Seelenwächter 9: Zwischen den Fronten



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von Nicole Böhm

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 19.05.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 19.05.2015
  • Verlag : Greenlight Press
  • ISBN: 9783958340916
  • E-Buch Text: 140 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

Die Autorin Nicole Böhmhat mir das eBook im Rahmen einer Lovelybooks-Leserunde kostenlos zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!


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Inhalt


Ein Vermächtnis aus tiefster Vergangenheit stürzt das Leben von Jess ins Chaos. Als ein magisches Ritual anders endet, als erwartet, wird sie nicht nur mit den gefährlichen Schattendämonen konfrontiert, auch die geheime Loge der Seelenwächter greift in ihr Leben ein. Als wäre das nicht genug, scheint ihre Familiengeschichte direkt mit dem ewigen Kampf zwischen Licht und Schatten verknüpft.
(Quelle: Die Seelenwächter)


Mein Fazit


„Zwischen den Fronten“ ist der neunte Band der Buchserie „Chroniken der Seelenwächter“. Jeden Monat soll ein neuer Band erscheinen, die Reihe (respektive die erste Staffel der Reihe) wird insgesamt 12 Bände umfassen. Die einzelnen Bände haben dabei einen typischen Heftroman-Umfang mit rund 120-140 Seiten. Auch dieser Band beginnt, wie auch die Vorgänger, mit einer kurzen Zusammenfassung der vorhergehenden Ereignisse und endet mit der Vorstellung von zwei Buchcharakteren. Die einzelnen Bände bauen aufeinander auf und bilden eine übergreifende Handlung, es ist daher zu empfehlen, alle Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, und nicht nur einzelne herauszupicken. Die Geschichte wird in erster Linie abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten Jaydee und Jess erzählt, wobei zu Beginn jedes Kapitels festgehalten wird, wer gerade der Erzähler ist. Einzelne Kapitel werden aber auch aus der Sicht anderer Beteiligter, wie beispielsweise dem Seelenwächter Will, erzählt, dann aus einer auktorialen Perspektive.

In „Zwischen den Fronten“ geht es wieder einmal richtig zur Sache. Es geschieht sehr viel, und wieder werden zig neue Fragen aufgeworfen, ohne die Bestehenden zu beantworten. Die Autorin Nicole Böhm arbeitet merklich auf einen fulminanten Abschlussband hin. Auch hier endet das Buch, wie man aus den vorhergehenden Bänden kennt, mit einem fiesen Cliffhanger, der die Zeit bis zum Erscheinen des nächsten Bandes unendlich erscheinen lässt. Neben viel Action und einer grossen Erweiterung der mythischen Welt, die die Autorin mit ihrer Reihe geschaffen hat, nimmt hier auch die romantische Seite der Geschichte eine wichtige Rolle ein. Nicole Böhm schafft es dabei, Spannung, Humor und Herzschmerz im genau richtigen Verhältnis zusammenzumischen.

Bei allen bisherigen Bänden der „Chroniken der Seelenwächter“ lag meine Bewertung zwischen „sehr gut“ und „super“. Auch „Zwischen den Fronten“ macht hier keine Ausnahme. Nicole Böhm konnte mich erneut begeistern, und ich warte schon ungeduldig auf den nächsten Band. Ich empfehle die Reihe gerne an Fans von Urban Fantasy weiter, aber weise darauf hin, dass zum Verständnis mit Band 1 begonnen werden muss. 




Rezensionsexemplar



Samstag, 6. Juni 2015

Die Medlevinger



Bildquelle


von Kirsten Boie

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 01.02.2004
  • Aktuelle Ausgabe : 01.02.2004
  • Verlag : Oetinger
  • ISBN: 9783789131554
  • Fester Einband 432 Seiten
  • Sprache: Deutsch

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Inhalt


Fantastisch und abenteuerlich! Ein Schmöker um geheimnisvolle Kräfte und ein fast vergessenes Volk
Johannes traut seinen Augen kaum, als er im Hinterhof plötzlich zwei Kinder entdeckt, die so klein sind, dass sie ihm nur bis zu den Knien reichen. Nis und Moa sind Medlevinger - Kinder aus jenem Volk, das vor 500 Jahren in ein Land unter der Erde gezogen ist und den Kontakt zu den Menschen abgebrochen hat. Sie sind nach oben gekommen, um Antak, den Hüter der Geschichte, und Nis' Vater Vedur zu suchen. Und Johannes wird in ein unglaubliches Abenteuer hineingezogen, in dem es um Gold, Entführung und eine verschwundene Fibel geht. Bald weiß Johannes nicht mehr, wem er noch vertrauen kann …
(Quelle: Oetinger)


Mein Fazit


Nachdem die Medlevinger Jahrhunderte von den Menschen getrennt gelebt hatten, verlaufen sich zwei dieser kleinen Wesen nach Hamburg und treffen dort auf den Teenager Johannes.

Die Erzählung wechselt sich ab zwischen der Welt der Medlevinger und unserer Welt, genauer gesagt Hamburg. Damit laufen zwei Handlungsstränge parallel, die sich im Laufe der Geschichte vereinen. Zu Beginn weiss keiner der Beteiligten, dass da noch eine andere Welt existiert. Die Medlevinger halten die Menschen für ein Gerücht, eine Legende, und die Menschen haben wohl noch nie etwas von den Medlevingern gehört. In der Medlevinger-Welt wird die Geschichte dabei aus der Sicht von Nis, dem Sohn eines Erfinders erzählt, in unserer Welt aus der Sicht von Johannes, der zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter in Hamburg lebt. Beide Jungen sind 13 Jahre alt. Um die beiden Erzählstränge optisch unterscheiden zu können, hat der Verlag die Verwendung von zwei verschiedenen Schriftarten gewählt, sodass man auf den ersten Blick sieht, wo man sich gerade befindet.

Leider zieht sich die Geschichte recht in die Länge. Knapp ein Drittel vergeht, bevor die beiden Handlungsstränge zusammengeführt werden, und erst gegen Mitte des Buches zeichnet sich ab, worum es eigentlich geht. Ein Grossteil des Buches behandelt das Alltagsleben der Beteiligten. Spannend wird es erst kurz vor Schluss, der eher actionreiche Teil dauert aber nur rund 20 Seiten an. Für jüngere Leser mag „Die Medlevinger“ ja durchaus spannend sein, für ältere Jugendliche oder Erwachsene kann es die Spannung jedoch nicht halten.

Als verschwendete Lebenszeit möchte ich die Lektüre von „Die Medlevinger“ nicht bezeichnen. Trotzdem hat mich das Buch enttäuscht, ich hatte deutlich mehr erwartet. Eine Empfehlung kann ich lediglich für fantasybegeisterte Kinder aussprechen, für sie mag die Geschichte durchaus interessant sein.





Freitag, 5. Juni 2015

Die geliehene Zeit / Dragonfly in Amber



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von Diana Gabaldon                                 übersetzt durch Sonja Schumacher, Rita Seuss, Barbara Steckhan

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 21.12.2010
  • Aktuelle Ausgabe : 21.12.2010
  • Verlag : Blanvalet Verlag
  • ISBN: B004P1J3BC
  • Fester Einband 992 Seiten
  • Sprache: Deutsch 

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Ich habe nicht diese Ausgabe, sondern die englische eBook-Variante gelesen.


Inhalt


Der zweite Roman aus Diana Gabaldons großer Highland-Saga – farbenprächtig wie ein Mosaik und von herzerfrischendem Humor!

Zwanzig Jahre lang hat Claire ihr Geheimnis bewahrt. Doch nun kehrt sie mit ihrer Tochter Brianna nach Schottland zurück. Und mitten in den Highlands, auf einem verwunschenen alten Friedhof, schlägt für sie die Stunde der Wahrheit.
(Quelle: Blanvalet)


Mein Fazit


Claire und Jamie verbringen einige Zeit am französischen Hof, um Bonnie Prince Charlie von seinem geplanten Aufstand abzubringen.

Bei „Die geliehene Zeit“ handelt es sich um den zweiten Band von Diana Gabaldons „Highland-Saga“. Die Bände bauen stark aufeinander auf, wer den ersten Band „Feuer und Stein“ nicht kennt, sollte diesen zuerst lesen, da die Nachfolger ansonsten keinen Sinn ergeben. Die Erzählung von „Die geliehene Zeit“ beginnt in Schottland im Jahr 1968, springt dann aber bald 20 Jahre (und damit weitere 200 Jahre, Kenner des ersten Bandes wissen Bescheid) in die Vergangenheit und nach Frankreich, wo der grösste Teil der Geschichte aus Claires Ich-Perspektive erzählt wird.

Wie bei allen Büchern der „Highland-Saga“ handelt es sich bei „Die geliehene Zeit“ in erster Linie um einen historischen Liebesroman. Der Fantasy-Aspekt (durch die Zeitreise) spielt nur ganz am Rande eine Rolle. Während im ersten Band „Feuer und Stein“ noch ziemlich viel passierte, gibt es in „Die geliehene Zeit“ doch einige längere Abschnitte, in denen die Handlung einfach so vor sich hin plätschert, ohne dass etwas erwähnenswertes passieren würde. Da sich diese eher zähen Abschnitte über mehrere Hundert Seiten hinziehen, wird das Buch doch stellenweise etwas langweilig. Nach rund einem Drittel des Buches kommt dann aber doch Tempo auf, und das Lesevergnügen steigt deutlich an.

Wie aus dem Vorgänger bekannt, nehmen auch in „Die geliehene Zeit“ Sex-Szenen und Beschreibungen von Operationen oder Wundbehandlungen einen nicht unerheblichen Teil ein. Während mir die teilweise doch etwas unappetitlichen Operationsszenen nicht wirklich etwas ausmachen, konnte ich auf die intimeren Szenen gut verzichten und habe sie jeweils überblättert (viele Frauen handhaben dies ja jeweils umgekehrt).

Auch in „Die geliehene Zeit“ werden wieder eine Vielzahl neuer Personen eingeführt, die ich mir nicht alle merken konnte. Manche tauchen erst über 100 Seiten nach ihrer ersten Erwähnung erneut auf, bis dahin hatte ich oft schon vergessen, wer sie waren. Dem Verständnis der Grundhandlung schadet dies nicht, ein Glossar mit einer kurzen, stichwortartigen Beschreibung aller vorkommenden Personen (oder zumindest der wichtigsten) wäre aber durchaus hilfreich.

Ich habe „Die geliehene Zeit“ nun wohl zum dritten Mal gelesen (vielleicht auch zum vierten, ich bin mir da nicht ganz sicher). Wie man daran erkennen kann, gefällt mir das Buch (und auch die gesamte Reihe) sehr gut, auch wenn es wie erwähnt gewisse Schwächen hat. Die Empfehlung fällt mir hier leicht: wer den Vorgänger „Feuer und Stein“ gelesen und gemocht hat und wissen will, wie es mit Claire und Jamie weitergeht, soll sich „Die geliehene Zeit“ unbedingt auch holen (sofern nicht bereits geschehen). Wer den ersten Band nicht mochte, wird wohl auch an diesem kein Interesse haben. Wer sich für eine historische Liebesgeschichte mit leichtem Zeitreise-Flair (nur am Rande) interessiert, soll sich zuerst den ersten Band zu Gemüte führen, dieser hier ergibt ohne den Vorgänger nicht viel Sinn. 







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